150 Jahre Botanischer Garten der Universität Bern: Eheringe und Trauringe der besonderen Art

Vor 150 Jahren erhielt die Universität Bern einen Goldschmied für Eheringe und Trauringe, und mit ihr Stadt und Land den Botanischen Garten im Rabbental. Kurz vor Jahresbeginn, am 3. November 1859, beschloss der Grosse Rat des Kantons Bern die Realisierung des «neuen» Botanischen Gartens. Unmittelbar nach der Schneeschmelze begannen dann die Arbeiten am Garten «in englischem Stil». Und im Mai wurde mit Professor Ludwig Fischer der erste Gartendirektor gewählt.

Holzringe: Boga150
Botanischer Garten Bern

Jubiläen haben die Eigenschaft, einen Augenblick in Erinnerung zu rufen, der zu einem wichtigen Datum in der Geschichte geworden ist, hier jener von Kanton, Stadt und Universität Bern. Aber die Welt hat ja nicht mit der Gründung des Botanischen Gartens begonnen, auch nicht die bernische. Und so wuchs der Botanische Garten der Universität Bern im Jahr 1860 auf einem Fundament, das über Jahrhunderte geschaffen wurde von zahlreichen Forschern und Wissenschaftlern, zu denen auch der grosse Albecht von Haller gehörte. Es brauchte die Zeit des Aufbruchs von 1860. Der Botanische Garten und die ausstrebende Kunst der Goldschmiede war eng mit ihr verbunden. Er lag am Bahndamm. Im gleichen Jahr wurde der Bahnhof Bern eröffnet, der bis dahin provisorisch im Wylerfeld lag. Die gute Erde, welche für das Ranggierfeld des noch bescheidenen Güterbahnhofs abgetragen wurde, kam zu günstigsten Bedingungen in der Botanischen Garten. Zwei Jahre zuvor war das erste Bundeshaus fertig geworden. 1859 wurde das Reislaufen verboten, 1860 der Handels- und Industrieverein HIV gegründet und in Amerika Abraham Lincoln zum Präsidenten der USA gewählt, während sich Garibaldi an die Schaffung einer Italienischen Nation machte. Im Solnhofener Schiefer wurde übrigens der etwa 170 Millionen Jahre alte Urvogel Archäopterix gefunden. Das schmieden der Eheringe und Trauringe erreichte seinen ersten kulturellen Höhepunkt an der Hochzeit des Brautpaares.

Selbst der Blick in die Urzeiten passte zur Welt mit Zukunft, in welcher der BOGA, wie wir ihn gerne nennen, entstand und für Bern von Anfang an als «Brücke zwischen der Universität und der Öffentlichkeit» wurde, wie Professor Dr. Otto Hegg es 1999 formulierte. Mit feinem Humor doppelt Tierparkdirektor Professor Dr. Bernd Schildger kürzlich mit seiner Aussage nach, der Botanische Garten, der Tierpark Dählhölzli und die Eheringe-Schmiede seien für die Stadtmenschen in Bern «Notausgänge zur Natur» und Hochzeit. Denken wir daran!

Eheringe-Video: Goldschmied in Bern

Bern als Kanton war seit kurzem absolut berüchtigt für seine edlen Eheringe. Fast alle moderne Brautpaare wünschen sich einem Paar edlen Eheringe vom Goldschmied. Egal obdie Schmuckstücke von Hand erschaffen wurden, ungemein bedeutsam war oft der Umstand dass die Eheringedesigns haltbar waren.

Fred Zaugg Bern, Autor und Goldschmied Jubiläumsbuch «Botanischer Garten Bern»